Wir kennen es alle: wir wollen nur kurz etwas im Internet nachschauen, schon poppt eine Benachrichtigung auf, welche verlangt, dass wir der Cookie-Nutzung zustimmen sollen, um unbeschwert weiter surfen zu können. Genervt wollen wir schnell auf “Ja” klicken, um den Benachrichtigungskasten loszuwerden. Doch stopp - sollten wir wirklich der Anfrage zustimmen? Wissen wir überhaupt, was diese Cookies sind?

63 % der Deutschen sind darüber besorgt, wer Zugang zu den persönlichen Daten im Internet hat und die Mehrheit ist der Meinung, dass Daten nur nach Zustimmung des Nutzers weitergegeben werden sollten. Nachvollziehbar, denn wir wollen nicht einfach ausspioniert werden und unsere Daten an Dritte weitergeben.

Eine Studie von Deloitte ergab, dass Konsumenten unsicher darüber sind, wie geschützt ihre Daten im Internet sind. So glauben eine Mehrzahl der Nutzer, dass ihre Daten weiterverkauft werden, oder Fremde Informationen über sie erfahren können. Ein Beispiel: nur 27% der Befragten gaben an, dass sie sich eher/sehr sicher sind, dass ihre persönlichen Daten geschützt sind. Dementsprechend trauen 63% dem Schutz ihrer Daten nicht.

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Ein Reformversuch: Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)

An dem 4. Mai 2016 wurde die neue Datenschutz-Grundverordnung, kurz genannt DSGVO, veröffentlicht, welche ab dem 25. Mai 2018 mehr Sicherheit und Schutz der Daten in Europa bringen soll. Durch die neue Verordnung sollen die Maßnahmen innerhalb Europas vereinheitlicht werden, dass heißt, dass alle EU-Mitgliedstaaten sich an die Regeln halten müssen. Fast vier Jahre debattierte der Europäische Rat, das Europäische Parlament und die Europäische Kommission über die neue Verordnung. Wie zu erwarten stößt die Reform auf gespaltene Meinungen.

Kurz zusammengefasst soll die neue Reform auf der einen Seite den Schutz von personenbezogenen Daten innerhalb der EU sicherstellen, auf der anderen Seite den freien Datenverkehr gewährleisten. Befürworter loben, dass nun endlich eine einheitliche Regelung in Europa geschaffen wird. Zuvor galt die Richtlinie 95/46/EG zum Schutz der Verarbeitung personenbezogener Daten und zum freien Datenverkehr von 1995, also eine veraltete Verordnung, welche eine Reform lange nötig hatte.

Insgesamt müssen die Mitgliedsstaaten 28 Datenschutzgesetzen nachgehen, doch geben 68 Öffnungsklauseln den Ländern die Möglichkeit, bestimmte Bereiche individuell zu regeln.

Hier ein Einblick in die Änderungen:

Stärkere Nutzungsrechte

Nutzer sollen endlich einen leichteren Zugang zu ihren Daten haben. Das bedeutet, dass jeder das Recht hat zu erfahren, welche Daten über ihn gesammelt werden. Der Nutzer soll einen Überblick darüber bekommen, wer seine Daten zu welchem Zweck wie und wo verarbeitet. Außerdem kann der Nutzer nun seine Daten von einem Internetanbieter zu dem nächsten mitnehmen. Somit soll es leichter werden, dass veröffentlichte Informationen wieder gelöscht werden können, auch bezeichnet als das “Recht auf Vergessen”. Insgesamt wird es für den Verbraucher leichter, seine Rechte durchzusetzen, denn er kann sich künftig bei Rechtsbruch an den deutschen Datenschutzbeauftragten wenden.

Datenverarbeitung erst ab 16 Jahren

Zuvor war das Mindestalter für die Einwilligung der Verarbeitung persönlicher Daten 13 Jahre, nun wird dies auf 16 Jahre erhöht. Somit wird die Anmeldung bei Internetdiensten wie zum Beispiel Facebook oder Instagram erschwert. Eine Anmeldung ohne die Zustimmung der Eltern wäre somit rechtswidrig. Da viele Kinder und Jugendliche soziale Plattformen schon in einem früheren Alter benutzen, wird nun eine legale Nutzung laut Kritiker erschwert.

Höhere Bußgelder

Anders als zuvor, können nun Bußgelder in Höhe von bis zu 4% der Jahresumsätze des Unternehmens verhängt werden. Vor allem für Großunternehmen bedeutet dies, dass Bußgelder in Höhe von Milliarden verhängt werden können. Landesschutzbeauftragte gewinnen so mehr Macht zurück und Unternehmen werden von Datenmissbrauch abgehalten.

Neben den bereits festgelegten Verordnungen werden weitere Neuerungen eingeführt werden, wie zum Beispiel die E-Privacy-Verordnung, welche sich auf den Umgang mit Daten und Informationen in elektronischer Kommunikation bezieht. Es bleibt also spannend, die Diskussionen über die Reform zu verfolgen.

Insgesamt haben Unternehmen seit 2016 zwei Jahre Zeit, sich an die neuen Richtlinien anzupassen. Bei Missachtung der geänderten Regelungen drohen hohe Bußgelder, deswegen sollten Unternehmen nicht zu lange darauf warten, sich der Reform anzupassen.

Was können wir jedoch als Nutzer tun, um sicher zu stellen, dass unsere Daten geschützt sind und wir sorgenfrei im Internet browsen können?

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Hier ein paar scheinbar banale, aber wertvolle Tipps wie sie Sicherheit und Datenschutz gewährleisten können:

1. Virenschutzprogramm

Schützen Sie Ihren Computer! Achten Sie immer darauf, dass eine Firewall aktiviert ist. Eine Firewall schützt Sie vor unberechtigten Zugriffen aus dem Internet. Aktuelle Betriebssysteme bieten integrierte Firewalls an, wie zum Beispiel bei Windows, Linux, oder Mac OS X. Es ist dabei ganz egal ob Sie auf Ihrem Smartphone oder Laptop surfen oder welchen Internetanbieter Sie verwenden. Denken Sie auch daran, auf Ihrem Laptop Ihre Internet Verbindung durch ein Sicherheitsprogramm zu verschlüsseln. Es gibt zahlreiche kostenlose Virenschutzprogramme, doch oftmals raten Test-Vergleiche dazu, sich für ein kostenpflichtiges Programm zu entscheiden, da diese einen umfangreicheren Schutz bieten können.

2. Löschen von Cookies

Gemeint sind nicht die Cookies mit welchen wir gerne unseren Bauch füllen. Cookies sind kleine Textdateien welche von einer Website auf Ihrem Rechner gespeichert werden und Daten, wie zum Beispiel persönliche Seiteneinstellungen und Anmeldeinformationen, enthalten. Ein Beispiel: Sie bleiben mit Ihren Daten bei Facebook eingeloggt, auch wenn Sie die Seite zwischenzeitlich geschlossen hatten. Somit bleiben Daten auf Ihrem Computer gespeichert, manche werden automatisch nach einer bestimmten Zeit gelöscht, andere widerum besitzen kein Verfallsdatum. Deswegen sollten Sie Cookies regelmäßig oder automatisch löschen lassen. Dies macht es Dritten schwieriger, Daten von Ihnen zu sammeln.

3. Verschlüsselung Ihrer Daten

Verschlüsselung bedeutet, dass Ihre Daten codiert und decodiert werden, sodass sie von Unberechtigten nicht mehr gelesen werden können. Nur durch einen speziellen Schlüssel können die Daten entziffert werden. Zum einen ist es wichtig, dass Sie Ihre Daten im Web verschlüsseln, aber Sie sollten auch alle Daten sichern, welche Sie auf Ihrem Heim-PC lagern, wie zum Beispiel Passwörter oder E-Mails. Eine sehr einfache Möglichkeit zu überprüfen ob Sie eine sichere Website anschauen ist, zu überprüfen, ob vor der Adresse “https” und ein Schloss-Symbol steht. Denken Sie auch immer daran, sich aus Online-Zugängen, wie zum Beispiel Ihres Bankkontos abzumelden. So verhindern Sie, dass Unbefugte Zugriff auf sensible Daten bekommen könnten. Wenn es um das Sichern von Daten auf Ihrem Computer geht, können Sie schon ganz einfache Mittel, wie zum Beispiel die Passwort-Funktion von Word, verwenden. Außerdem sollten Sie die Datenübertragung ihres Netzwerkes verschlüsseln, indem Sie bei Ihrem Router die Verschlüsselung auf WP2 umstellen.

Falls Sie trotzdem Sorge haben, können Sie auch eine der zahlreichen Softwares, wie zum Beispiel von Kaspersky, verwenden, welche erweiterte Datensicherheit anbieten. 

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4. Soziale Netzwerke

Achten Sie darauf, wie viel und was Sie in sozialen Netzwerken wie Facebook von sich preisgeben. Denken Sie daran, dass immer mehr Arbeitgeber Informationen über Bewerber im Internet recherchieren. Grundsätzlich können Sie auf Plattformen, wie zum Beispiel Facebook, individuelle Einstellmöglichkeiten Ihrer Privatsphäre bestimmen. So können Sie zum Beispiel einstellen, dass Ihre Bilder und Informationen nur eingeschränkt für andere Nutzer sichtbar sind. Seien Sie auch vorsichtig bei Freundschaftsanfragen, es gibt immer mehr “Fake-Profile” mit welchen Unbefugte versuchen, Informationen über Sie zu sammeln. Als letzten Hinweis raten wir, die AGB des sozialen Netzwerkes zu lesen um zu erfahren, ob Sie Ihre Daten beim Verlassen der Plattform komplett löschen können oder nicht.  

Datenschutz ist wichtig, damit wir uns sicher in der heutigen digitalen Welt bewegen können. Deswegen ist es wesentlich, dass Sie den Schutz Ihrer Daten selbst in die Hand nehmen und bewusst im Internet surfen. Gleichzeitig ist es aber auch notwendig, dass wir uns in unserem Umfeld sicher fühlen können, weshalb es interessant wird zu verfolgen, wie die neue Datenschutz-Grundverordnung die Regelung innerhalb Europas verändern wird.

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