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Die Erstellung von Marketingmaterialien: Teil I

Written by Alisa Gorokhova | 21 April 2015

85% aller Sales,- und Marketingmitarbeiter mögen einander nicht. Das Verkaufspersonal beschreibt seine Kollegen als kreative Akademiker, die kaum bis gar nicht für das operative Geschäft von Nutzen sind. Marketers hingegen beschreiben ihre Kollegen aus der Sales-Abteilung als einfältig, inkompetent und faul.

Auch wenn dies wie die Rivalität zweier Geschwister klingt, ist es dennoch die Realität. Ähnlich wie Geschwister, wissen sowohl die Mitarbeiter von Marketing, als auch Sales, dass sie die jeweils andere Seite der gleichen Münze sind. Und diese beiden Geschwister brauchen einander, um zu koexistieren. Dies schärft natürlich die beidseitige Rivalität. Ohne Sales würde niemand die durch das Marketing entstandenen Kundenkontakte verfolgen und in Käufer umwandeln. Ohne Marketing hätte das Sales Department keinerlei begleitendes Promotionsmaterial zur Hand und keine aussagekräftige Marke als Verkaufsargument, um den interessierten Kunden zu überzeugen.

Ohne diese unvermeidbare Zusammenarbeit von Marketing und Sales, wären wir im Wesentlichen wohl schlechter dran.

Der Grund hierfür liegt ganz nah: Ein gegenseitiges Verständnis ist notwendig, um erfolgreich zusammenarbeiten zu können– so hart das auch klingen mag.

Vielleicht ist der einfachste und produktivste Weg den Kampf zwischen Marketing und Sales zu unterbinden, indem man deren Verhältnis verbessert und Synergien schafft. So können Marketingmaterialien erstellt werden, die wirklich effektiv sind.

Ich werde Ihnen nun ein Geheimnis verraten: Als Marketer ist es nicht möglich, effektive Marketingmaterialien ohne den Einfluss von Sales zu kreieren. Marketingspezialisten haben grundsätzlich keinen persönlichen Kundenkontakt. Sie gehen nicht in Meetings mit wütenden oder verärgerten Kunden. Sie müssen nicht gute Miene zum bösen Spiel machen, wenn Sie selbst merken, dass Sie das Produkt nicht an den Mann bringen können. Um es zusammenzufassen: Marketers können die kreativsten Künstler sein, aber sie werden niemals so tatkräftige Macher wie die Salesleute sein.

Es ist nicht überraschend, dass es für Sales ebenfalls unmöglich ist, effektive und tiefgründige Marketingmaterialien auf den Punkt zu bringen. Um es stumpf auszudrücken: Dafür wird eine andere mentale und physische Fähigkeit gebraucht. Und das ist die wirklich schwierige Angelegenheit an dieser Koexistenz: Man benötigt jeweils den Gegenpart, damit die eigene Arbeit erfolgreich ist.

Das soll nun nicht wie ein Klischee klingen, aber Marketing UND Sales sind stärker, wenn sie zusammenarbeiten. Nutze die (Sales) Kraft.

P.S.: Was geschieht also nun, wenn man die Branding-Abteilung in den Yin und Yang-Prozess integriert? Grundsätzlich, so stelle ich mir das in meinem Kopf vor, sind Sales und Marketing zwei zankende Geschwister, der Brandingexperte ist der coole Cousin, der über die Sommerferien zu Besuch ist und Dir seine Lederjacke und BMX-Rad leiht, dass Du dann Deinen Freunden präsentiert (solange Du nichts verlierst oder kaputt machst). An euch „Branders“: Ihr spielt definitiv in eurer eigenen Liga, das müssen sowohl Marketing, als auch Sales eingestehen.