Bynder Marketing Insights Blog

Das Gute, das Schlechte, das Markentreue

Written by Oliver Webb | 8 Februar 2016

Travel Branding hat sich insbesondere in den letzten Jahren stets weiterentwickelt. Kunden verlangen heutzutage mehr, als ein sauberes Bettlaken oder extra Beinfreiheit im Flugzeug. Der moderne Reisende möchte sich vielmehr mit Marken identifizieren können; Marken, die ihre Werte, Interessen und ihren Lifestyle verkörpern und leben.   

Im Zuge diesen Wandels haben sich Tourismusunternehmen die Notwendigkeit zu Herzen genommen, bedeutsame und langfristige Kundenbeziehungen aufzubauen. Insbesondere Tourismusunternehmen positionieren sich vermehrt als Lifestyle-Marken – nicht nur als Dienstleister.

Die folgenden drei Beispiele zeigen auf, wie Travel Branding richtig umgesetzt wird (oder in einigen Fällen auch nicht):

Das Gute

Wie kann man die ländliche Region von Graubünden in der Schweiz am besten an viel beschäftigte und gestresste Pendler vermarkten? Abgesehen von Freitickets? Die Antwort finden Sie in dem „Warum”. Aus welchem genauen Grund würden sie auf das Land entfliehen wollen?

 

In diesem Werbespot von Schweiz Tourismus werden Pendler am Züricher Hauptbahnhof auf ungewöhnliche Weise gefragt, ob Sie jegliche Pläne für die nächsten Tage streichen und anstelle dessen einen erholsamen Spontanurlaub in den Bergen verbringen würden. Der Werbegag soll gestresste Großstädter dazu bewegen, einen Schritt von ihrem hektischen Alltag zurückzutreten und mehr Spontanität in ihrem Leben zuzulassen. Ganz egal ob inszeniert oder nicht – die Reaktionen der vorbeilaufenden Passanten haben das Video rasend schnell bekannt gemacht. Und womöglich wurde auch der Ticketverkauf in Richtung Schweizer Land kräftig angekurbelt. 

Das Schlechte

Zu behaupten, dass Riga Tourismus das Ziel anvisiert, Urlauber in die lettische Hauptstadt zu locken, ist eher ein Understatement. Es ist schwierig einzuschätzen, ob sich die folgende Werbung um einen romantischen Kurztrip oder eine Trendszene dreht. Worum es auch immer geht – es fehlt an einem USP, einem klaren Ziel und am wichtigsten an einer Story. Selbst das Versprechen, sich direkt in ein lokales Café zu verlieben, wird niemanden dazu bewegen, direkt in den nächsten Flieger nach Riga zu steigen.

Das Markentreue

Konsumenten von heute sehen schnell über Marken ohne signifikante Kernwerte hinweg. Der schwierige Part hierbei ist, seine Markenwerte zu zeigen und gleichzeitig noch authentisch zu wirken. Die Weihnachts-Kampagne „Spirit of Giving“ von WestJet ist ein hervorragendes Beispiel für gutes Branding im heutigen digitalen Zeitalter. Das berührende Video zeigt Mitarbeiter von Westjet, die eine Community in der Dominikanischen Republik mit Weihnachtsgeschenken und einer exklusiven Party mit Schnee und Feuerwerk überraschen. Man erkennt, dass ihnen die Menschen wirklich am Herzen liegen und sie sich kümmern.

Das Video von Westjet ist der beste Beweis dafür, dass eine individuelle und einzigartige Kundenbindung eine großartige Tourismus-Kampagne und letztendlich ein unvergessliches Tourismusunternehmen hervorruft.